Letztes Update am 24. Juni 2026 von Urs Häusermann
Dein Stelleninserat bringt keine Bewerbungen? Auch nicht, wenn du es online publizierst? Das kann daran liegen, dass es nicht gelesen wird oder wenn, dann von den falschen Leuten. Hast du schon mal überlegt, deine künftigen Fachkräfte über Social Media zu rekrutieren? Denn hier erreichst du potenzielle Bewerberinnen und Bewerber auch dann, wenn sie nicht aktiv auf Jobsuche sind. Ausserdem kannst du ganz einfach mit ihnen kommunizieren und deinen Employer Brand stärken. Also: Wenn du dich bisher noch nicht mit Social Media Recruiting beschäftigt hast, solltest du das jetzt ändern.
Social Recruiting, Social Hiring, Social Media Recruitment … Es gibt viele Begriffe rund um die Personalrekrutierung über Social Media und die genauen Begrifflichkeiten werden viel diskutiert. Wir zeigen dir heute, wie du deine zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Social Media findest. Grob gesagt gibt es drei Möglichkeiten, wie du das machen kannst:
- Mit organischem (also nicht bezahltem) Content auf deinen Social-Media-Kanälen
- Mit Social-Media-Ads, also bezahlten Anzeigen
- Mit LinkedIn-Stelleninseraten. Für zwei Wochen kannst du diese sogar kostenlos nutzen.
Um Erfolg zu haben, reicht es aber nicht, wenn du dich auf einen dieser Punkte beschränkst. Deine Mitarbeiter-Suche wird erst dann Wirkung zeigen, wenn sie aus mehreren Bausteinen besteht. Hier zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Job-Kampagne lancieren kannst.
In 10 Schritten zu deiner Job-Kampagne
1. Bestimme das Ziel und die Zielgruppe
Was ist das Ziel deiner Job-Kampagne? Möchtest du mehrere oder nur eine bestimmte Position besetzen?
Und wer ist die Zielgruppe? Definiere die demografischen Daten sowie die Interessen und das Verhalten der Zielgruppe.
2. Wähle die richtigen Plattformen
Instagram eignet sich hervorragend, um junge und kreative Talente anzusprechen, Facebook ist die ideale Plattform, um eine breite Zielgruppe ab 40 zu erreichen. Auf LinkedIn findest du schnell Fach- und Führungskräfte. Das sind aber nur grobe Richtlinien. Überlege dir genau, über welche Kanäle du deine Zielgruppe am besten erreichst.
3. Entwickle ein Employer Branding
Eine starke Arbeitgebermarke ist das Fundament deiner Job-Kampagne via Social Media. Zeige, was dein Unternehmen besonders macht und warum du einen guten Arbeitsplatz bietest. Dafür kannst du Mitarbeiter-Testimonials nutzen sowie Einblicke in den Arbeitsalltag geben und Unternehmenswerte kommunizieren.

4. Erstelle eine Landing Page
Wohin gelangen die potenziellen Bewerber, die auf deine Anzeige klicken? Eine einfache Landing Page eignet sich besonders gut. Am besten erzählst du gleich zu Beginn, was du als Arbeitgeber bieten kannst. Und nein, ein Obstkorb zählt nicht. Was du von der Kandidatin oder dem Kandidaten erwartest, hat hier keinen Platz. Du bewirbst dich mit deiner Firma bei ihnen. Denn du hast soeben eine Person getriggert, die nicht aktiv auf Stellensuche ist. Und das sind meistens die guten und loyalen Mitarbeitenden. Also genau diejenigen, die jedes Unternehmen sucht.
Vielleicht nutzt du auch ein Video, in dem du dich und deine Firma vorstellst? Das schafft Vertrauen und potenzielle Bewerber können sich ein Bild von dir machen. Noch besser ist, wenn nicht (nur) die Führungspersonen, sondern Mitarbeitende die Firma vorstellen.

Wichtig ist auch, dass sich Interessierte direkt auf der Seite mit wenigen Klicks bewerben können. Vorerst noch ohne Lebenslauf und das Motivationsschreiben sollte sowieso vergessen werden. Das sind nur Floskeln.
Stell dir vor, dein potenzieller neuer Mitarbeiter hat gerade Pause, ist unzufrieden in seinem aktuellen Job, und stösst beim Scrollen auf deine Anzeige. Wenn er sich dann innerhalb von 5 Minuten bewerben kann, ist die Chance gross, dass er das auch tut. Oder zumindest grösser, als wenn er sich abends an den PC setzen muss, um erst noch ein schönes Bewerbungsschreiben zu verfassen.

5. Liefere guten (organischen) Content
Verwende auf deinen Social-Media-Plattformen durchgehend hochwertige Bilder, Videos und Texte, die dein Unternehmen repräsentieren. Poste relevante und aktuelle Inhalte. Sei authentisch und nutze am besten auch deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Botschafter.
6. Achte auf ein professionelles Profil
Achte darauf, dass die Unternehmensprofile professionell und aktuell sind und alle wichtigen Infos zu finden sind. Interagiere mit der Community und stelle dich auch den kritischen Fragen. Hier hast du nochmals die Chance, dich als guten Arbeitgeber zu zeigen und deine Werte nach aussen zu kommunizieren.
7. Lege ein Anzeigenbudget fest
Allein durch deinen organischen Content werden nur wenige Leute auf deine Job-Landing-Page kommen. Deshalb lohnt es sich, Anzeigen zu schalten. Bestimme das Budget für deine Social-Media-Ads und berücksichtige dabei die Kosten für das Schalten von Anzeigen auf den verschiedenen Plattformen sowie die gewünschte Reichweite. Für regionale Jobs empfehlen wir ein Budget ab CHF 1000.- für 6-8 Wochen auf den Plattformen von Meta. Bei LinkedIn mindestens das Doppelte.
Das Gute an den Anzeigen: Sie funktionieren auch, wenn du vorher keinen organischen Content produziert hast. Guter organischer Content kann dir natürlich helfen, wenn jemand, der die Anzeige sieht, auch deinen Unternehmensaccount auf der jeweiligen Plattform anschaut.
8. Schalte deine Anzeigen und nutze die Targeting-Optionen
Gestalte eine ansprechende Anzeige, die auf den ersten Blick verständlich ist: Um welche Stelle geht es, wer ist der Arbeitgeber, was ist toll an der Stelle? Schreibe ansprechende Jobbeschreibungen mit klaren Überschriften und liste bereits erste Vorteile auf.
Wenn du die Ads schaltest, nutze die umfangreichen Targeting-Optionen der jeweiligen Plattformen, um deine Anzeige genau der gewünschten Zielgruppe anzuzeigen. Nutze auch A/B-Tests, also verschiedene Anzeigentexte, Bilder und Zielgruppen, um herauszufinden, was am besten funktioniert. Mit Retargeting kannst du Anzeigen für Nutzer schalten, die bereits deine Website oder Landing-Page besucht haben und somit mindestens ein kleines Interesse an der Stelle oder an dir als Arbeitgeber haben.
9. Tracke die Kampagne
Implementiere Tracking-Tools, um die Performance deiner Kampagne zu überwachen. Verwende die eigenen Analysetools der einzelnen Plattformen sowie externe Tools wie Google Analytics, um den Erfolg zu messen und Optimierungen vorzunehmen.
10. Reagiere zeitnah auf Bewerbungen
Deine Kampagne hat gestartet, die ersten Bewerbungen der Landingpage flattern in dein E-Mail-Postfach. Jetzt ist es wichtig, diese möglichst zeitnah zu bearbeiten. Es kann sein, dass die Bewerbenden das Formular aus einer Laune heraus ausgefüllt haben. Und je mehr Zeit vergeht, desto eher kann es sein, dass sie oder er sich wieder umentscheidet, da es im alten Job ja doch irgendwie bequem ist.
Und klar, auch hier werden einige Bewerbungen darunter sein, die überhaupt nicht passen. Da der Bewerbungsprozess so einfach war, darf auch die Absage einfach sein. Eine nette E-Mail mit kurzer Begründung reicht.
Fazit
Social Media Recruiting ist heute eine gute Möglichkeit, um an deine neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kommen. Damit deine Job-Kampagne aber auch wirklich funktioniert, sind mehrere Faktoren entscheidend:
- Ein starker Employer Brand positioniert dich als Arbeitgeber
- Mittels Social-Media-Ads erreichst du eine grosse Masse
- Dank Targeting-Optionen kannst du bestimmen, wer die Ads sieht
- Eine Landing Page für die ausgeschriebene Stelle schafft einen positiven ersten Eindruck
- Die Schwelle, sich zu bewerben, soll tief sein, so dass ad-hoc-Bewerbungen möglich sind
Natürlich reicht manchmal auch ein Inserat auf LinkedIn. Aber je nach der zu besetzenden Stelle braucht es mehr, um an die richtigen Leute zu gelangen.
Du siehst:
Fachkräftemangel macht keinen Spass. Eine coole Job-Kampagne aber schon.
Du brauchst Hilfe bei einem der genannten Schritte oder willst die gesamte Job-Kampagne auslagern? Dann melde dich bei uns!
Wir, die Marketingagentur aus dem Limmattal, sind Experten im Thema Social Recruiting und freuen uns, gemeinsam mit dir eine coole Job-Kampagne zu starten.
Häufige Fragen zu Recruiting über Social Media
Was ist Social Recruiting?
Social Recruiting bezeichnet die Gewinnung neuer Mitarbeitender über soziale Netzwerke wie LinkedIn, Facebook, Instagram oder TikTok. Unternehmen nutzen diese Plattformen, um offene Stellen sichtbar zu machen und potenzielle Bewerber direkt anzusprechen.
Funktioniert Recruiting über Social Media wirklich?
Ja. Viele Unternehmen gewinnen heute qualifizierte Mitarbeitende über Social Media. Besonders interessant ist dabei, dass auch Personen erreicht werden können, die aktuell gar nicht aktiv auf Stellensuche sind.
Für welche Unternehmen eignet sich Social Recruiting?
Social Recruiting eignet sich für Unternehmen jeder Grösse. Gerade KMU profitieren davon, weil sie ihre Unternehmenskultur sichtbar machen und sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren können.
Welche Plattform ist für Social Recruiting am besten geeignet?
Das hängt von der Zielgruppe ab. Für Fach- und Führungskräfte ist LinkedIn oft die erste Wahl. Für handwerkliche Berufe, Detailhandel, Gastronomie oder Pflege können Facebook, Instagram oder TikTok sehr erfolgreich sein.
Was kostet Recruiting über Social Media?
Die Kosten hängen von der Zielgruppe, der Region und dem Werbebudget ab. Bereits mit überschaubaren Budgets können Unternehmen eine hohe Reichweite erzielen und qualifizierte Bewerber erreichen.
Warum werden klassische Stelleninserate weniger wirksam?
Viele qualifizierte Fachkräfte suchen nicht aktiv nach einer neuen Stelle. Sie sind mit ihrem aktuellen Arbeitgeber grundsätzlich zufrieden und besuchen keine Jobportale. Über Social Media können diese Personen dennoch erreicht werden.
Wie viele Bewerbungen kann man mit Social Recruiting erwarten?
Die Anzahl Bewerbungen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Attraktivität der Stelle, die Zielgruppe, das Werbebudget und die Arbeitgebermarke. Wichtig ist nicht nur die Anzahl, sondern vor allem die Qualität der Bewerbungen.
Welche Inhalte funktionieren beim Recruiting über Social Media?
Besonders erfolgreich sind authentische Inhalte. Dazu gehören Mitarbeitervorstellungen, Einblicke in den Arbeitsalltag, Teamaktivitäten, Unternehmenswerte und kurze Recruiting Videos.
Braucht es für Social Recruiting ein Video?
Nicht zwingend. Videos erzielen oft höhere Aufmerksamkeit und Reichweite, sind aber keine Voraussetzung. Entscheidend ist, dass die Inhalte authentisch sind und einen ehrlichen Einblick ins Unternehmen geben.
Was ist der Unterschied zwischen Social Recruiting und Employer Branding?
Employer Branding stärkt langfristig die Arbeitgebermarke und das Image eines Unternehmens als Arbeitgeber. Social Recruiting konzentriert sich hingegen auf die konkrete Gewinnung von Bewerbungen für offene Stellen.
Wie messe ich den Erfolg von Social Recruiting?
Wichtige Kennzahlen sind:
- Anzahl Bewerbungen
- Qualität der Bewerbungen
- Kosten pro Bewerbung
- Anzahl Vorstellungsgespräche
- Anzahl erfolgreicher Einstellungen
Die Reichweite einer Kampagne ist zwar interessant, sollte aber nicht die wichtigste Kennzahl sein.
Ist Social Recruiting auch bei Fachkräftemangel sinnvoll?
Gerade bei Fachkräftemangel kann Social Recruiting besonders wirksam sein. Unternehmen erreichen damit Personen, die über klassische Stellenportale oft nicht angesprochen werden und erhöhen ihre Sichtbarkeit als Arbeitgeber.
Kann ein KMU Social Recruiting selbst umsetzen?
Grundsätzlich ja. Allerdings benötigt erfolgreiches Social Recruiting Zeit, Know-how und eine klare Strategie. Viele Unternehmen holen sich deshalb Unterstützung bei der Kampagnenerstellung oder bei der Zielgruppendefinition.
Du brauchst Beratung zu diesem Thema? Wir helfen dir gerne.
